Ohne uns. Ein Totengespräch.

Hans Magnus Enzensberger: Ohne uns. Ein Totengespräch. Bilder von Roswitha Quadflieg. Erstveröffentlichung. Hamburg: Raamin-Presse 1999. (= 1. Druck. Neue Reihe der Raamin-Presse.) 79 (1) Seiten, 3 Bl.

Umschlag
Der schwarze Buchumschlag ist sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite mit glänzend-schwarz gedruckten Textauszügen aus dem Totengespräch gestaltet, der Buchrücken ist gelb. Die Textauszüge sind auf fast jeder Seite des Buches wiederzufinden: Einmal am Anfang und am Ende des Buches, jeweils in schwarzer Schrift auf gelbem Papier (Abb. 1 und Abb. 7) sowie auf jeder Buchseite, gedruckt in matt-weißer Schrift auf einmal gefaltetem, mattem Transparentpapier, welches abwechselnd mit gelbem und schwarzem Büttenpapier hinterlegt ist. Es handelt sich auf der Buchvorderseite um Redepassagen der Figur Professor Grosman - ein Religionswissenschaftler an der Stanford University -, der sich in einem fiktiven Fernsehinterview über die sogenannten Wandler äußert und von einem der beiden Protagonisten, Thomas - ein ehemaliger Drogenkurier und Terrorist -, der sich zusammen mit dem Ex-Banker Philipp in einem Militärcamp in Malaysia befindet und den Beginn der Wandlerbewegung nun im Fernsehen verfolgt (siehe Abb. 2 für nähere Informationen über die Dramatis Personae). Auf der Buchrückseite liest man eine Passage, die in Enzensbergers Text von einem Wandler gesprochen wird.
(Bei der folgenden Textdarstellung entsprechen die Zeilenumbrüche und die fehlende Interpunktion dem Original:)

Text Vorderumschlag Text Rückumschlag
Meines Erachtens sind die Wand
ler ein völlig neues Phänomen
Die Ideologie dieser Leute ist eben
so schlicht wie radikal Wie schon
der Name sagt wollen sie sich wan
deln Aber in was wohin und wozu
Das weiß bisher niemand genau
Ihr einziges Ritual scheint dieser
eigentümliche Singsang zu sein
eine Art langgezogenes Heulen
Das ist offenbar ihr wortloses
Gebet Absolut nervtötend Jeder
ihrer Sprecher behauptet er sei
»der Wandler« aber es handelt sich
jedesmal um eine andere Person
und dann behaupten diese Wan
derprediger es gebe keine Hierar
chie jeder Mensch sei ein Wandler
Die Mächtigen dieser Welt sind
fest entschlossen daß alles so
bleiben soll wie es ist Aber sie
werden uns nicht zum Schwei
gen bringen Ich bin nur einer
von vielen Überall auf der Erde
wird unsere Botschaft vernom
men Die Wandlung ist leichter
als Sie vermuten Schließen Sie
sich der grißen Prozession an
und erleben Sie selbst was es be
deutet ein Wandler zu sein Sie
sind nicht allein Sie sind nicht
ohnmächtig der Willkür Ihres
Chefs Ihrer Bank Ihrer Regie
rung ausgeliefert Sie brauchen
nur den ersten Schritt zu tun
Der Friede wird mit Ihnen sein
... / Anfang des Buches
(Abb. 1)
Dramatis Personae
(Abb. 2)

Rückseite der Silhouette Philipps / Beginn des Textes "Erster Teil"
(Abb. 4)
Silhouette Philipps
(Abb. 3)
Es finden sich jeweils am Anfang und am Ende Siebdrucke von Silhouetten der Protagonisten (Abb. 3). Auf der Rückseite der Silhouetten-Drucke ist die gleiche Person noch einmal zu sehen, doch sind Körperform und Gesichtskonturen nun durch viele kleine und feine gelbe sowie grau-blaue Striche deutlich erkennbar (Abb. 4). Im Hintergrund der Rückseite des ersten Silhouetten-Druckes, der Philipp darstellt, sieht man Hochhäuser. Im Hintergrund des zweiten Silhouetten-Druckes, der Thomas darstellt, sieht man eine Masse von Menschen, die mit Fahnen und Bannern in den Händen, auf einer mit Kopfsteinplaster ausgelegten Straße marschieren.

Doppelseite reiner Text
(Abb. 5)
Doppelseitige Illustration / Mitte des Buches
(Abb. 6)
Der Text des Stückes Ohne uns. Ein Totengespräch ist auf mattem Transparentpapier gedruckt, jede Seite faßt sechszehn Zeilen Text (Abb. 5). Das Stück gliedert sich in zwei Teile (Erster Teil und Zweiter Teil), die genau in der Mitte des Buches von einer doppelseitigen Illustration getrennt werden (Abb. 6).

Impressum / Ende des Buches
(Abb. 7)
Das Impressum (Abb. 7) gibt neben den obligatorischen Auskünften auch Informationen über die verschiedenen Papiersorten, die dem Buch neben der stilvollen Komposition von Text und Bild eine außergewöhnliche Note verleihen.

Von Hans Magnus Enzensbergers Ohne uns. Ein Totengespräch gibt es in dieser Ausgabe insgesamt 250 nummerierte, von Enzensberger und Quadflieg signierte Exemplare, dazu fünf römisch numerierte und fünf Autorenexemplare.

Shangning Postel
2006