Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod.

Hans Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972. 299 Seiten.

Umschlag

Enzensbergers Roman handelt vom Leben und Sterben des spanischen Metallarbeiters Buenaventura Durruti, von Jugend an Anarchist und Schlüsselfigur der spanischen Revolution von 1936. Das Material für dieses Buch stammt aus Enzensbergers Recherchen für den im Jahre 1971/72 entstandenen Fernsehfilm Durruti: Die Biographie einer Legende.

Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert, die vor allem Zitate aus Quellen wie Briefen und Zeitungsnotizen enthalten. Zwischen die Kapitel platziert Enzensberger acht Glossen. Prolog und Epilog bilden Anfang und Ende des Buches. Durruti wuchs in Leon, einer kleinen Stadt in Nordspanien auf, verbrachte eine abenteuerliche Jugend in der anarchistischen Bewegung mit diversen Aufstandsversuchen, Banküberfällen, Streiks sowie Gefängnis– und Exilaufenthalten. Im Jahre 1936 fand die Revolution statt, die den Traum des freien Kommunismus greifbar nahe werden ließ. Durruti starb in der ersten Phase des spanischen Bürgerkriegs in den Kämpfen um Madrid. Die Todesursache konnte bis heute nicht exakt festgestellt werden. Das besondere an diesem dokumentarischen Roman ist seine literarische Form. Wenn man den Titel Der kurze Sommer der Anarchie liest, so erwartet man zunächst einen historischen Roman. Der Untertitel Buenaventura Durrutis Leben und Tod deutet auf einen Bildungs– oder Entwicklungsroman hin. Weder die eine, noch die andere Erwartung wird aber vom Buch erfüllt. Es ist zusammengesetzt aus Reportagen, Erinnerungen von Freunden und Verwandten, Reden, Zeitungsnotizen, Interviews, Briefen, Proklamationen und Flugblättern. Es bietet eine mosaikartige Zusammenstellung von Zeugenaussagen, die kein geschlossenes Bild von der Person Buenaventura Durruti geben.



Weitere Ausgaben