Im Irrgarten der Intelligenz. Ein Idiotenführer.

Materialien


Begleittext der Suhrkamp-Ausgabe (S. 2)

Intuitiv heftet man Freunden oder Kollegen schnell den semantischen Orden »hochintelligent« ans Revers, Intelligenz gilt neben Flexibilität und Teamfähigkeit als Kardinaltugend der Gegenwart. Wenn der subjektiv plausible Befund jedoch objektiviert werden soll, stößt man auf seltsame geometrische Figuren, Zahlenreihen und Listen mit Tieren, von denen eines angeblich nicht zu den anderen paßt. In seinem Essay setzt sich Hans Magnus Enzensberger mit der Geschichte und den Tücken der Verfahren auseinander, mit denen Psychologen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts an der Vermessung der Intelligenz arbeiten. Er kommt zu dem Ergebnis: »Wir sind eben nicht intelligent genug, um zu wissen, was intelligent ist.«

Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. Zuletzt erschienen im Suhrkamp Verlag: Zu große Fragen. Interviews und Gespräche 2006-1970 (es 2495), Josefine und ich. Eine Erzählung, Gedichte 1950-2005 und Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer.