Der Fliegende Robert. Gedichte, Szenen, Essays.

Enzensberger, Hans Magnus: Der Fliegende Robert. Gedichte, Szenen, Essays. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1989.

Umschlag

Aus dem Klappentext: „Der Fliegende Robert ist ein ‘Lesebuch’, besonders sorgfältig hergestellt in Bleisatz und Buchdruck, nach allen Regeln der schwarzen Kunst. Wer Enzensbergers Arbeiten nicht kennt, findet hier einen ausgezeichneten Zugang; wer ihn gelesen hat, kann manche Überraschung erleben.

Denn nach drei Jahrzehnten ist sein Werk so umfangreich und vielfältig geworden, daß man leicht den Überblick verlieren könnte: Gedichte und Dokumentationen, Romane und Essays, Reportagen und Übersetzungen, Stücke fürs Theater und fürs Radio, dazu eine Reihe von Sammlungen, die Geschichte gemacht haben – manches bisher ungedruckt, anderes schwer zugänglich.

Die Tonlagen, die Genres, die Perspektiven wechseln, von der erbitterten Polemik bis zur ruhigen Meditation, von der kühlen Analyse bis zur furiosen Apostrophe. Ein Lesebuch stellt diese Mannigfaltigkeit auf die Probe. Es ermöglicht ein Urteil über die Haltbarkeit dieser Produktion, zeigt ihre Brüche und ihre Kontinuität und legt womöglich ihren verborgenen Eigensinn bloß.

Spannungsreich ist alles, was Enzensberger schreibt. Hellsichtige Intelligenz hat man ihm nachgesagt, Gelassenheit und Leidenschaft. Seine Sprache und seine Energie suchen ihresgleichen. Doch was wäre mit aller Brillanz, allem Kunstverstand gewonnen, gäbe es in seiner Schrift nicht auch andere, dunklere Töne, jenes „Restlicht“ aus dem gleichnamigen Gedicht: Doch doch, ich gehöre auch zu denen, / die es hier aushalten. Leicht sogar, / im Vergleich zu Kattowitz und Montevideo. / Hie und da Reste von Landschaft, / rostende Eisenbahnschienen, Hummeln, / ein kleiner Fluß, Erlen und Haselnüsse, / weil das Geld nicht gereicht hat / zur Begradigung. Über dem trüben Wasser / das Summen von Hochspannungsmasten / stört mich nicht. Es redet mir ein, / daß ich noch eine Weile lang / lesen könnte, bevor es dunkel wird... Hans Magnus Enzensberger dringt nicht nur in die entferntesten Winkel der Gesellschaft, sondern auch in jene Zonen vor, die nur der Poesie zugänglich sind. ‘Sachkenntnis und Phantasie’, behauptet dieser deutsche Dichter und europäische Denker, ‘schließen einander nicht aus. Meine Arbeiten gleichen einer Springprozession. Wenn ich stillstehe, verstehe ich nichts. Das ist mein erkenntnistheoretisches Prinzip.’ Es ist nicht leicht, sich die deutsche Literatur der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ohne ihn vorzustellen.“



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