Baukasten zu einer Theorie der Medien. Kritische Diskurse zur Pressefreiheit.

Hans Magnus Enzensberger:Baukasten zu einer Theorie der Medien. Kritische Diskurse zur Pressefreiheit. Herausgegeben und eingeleitet von Peter Glotz. München: Fischer 1997. 169 Seiten. (Ex libris Kommunikation, 8)

Umschlag

Die Sammlung Baukasten zu einer Theorie der Medien. Kritische Diskurse zur Pressefreiheit wurde im Jahr 1997 von Peter Glotz herausgegeben. Sie umfasst fünf zuvor bereits veröffentlichte Essays, in denen Enzensberger sich kritisch mit den Medien und ihrer Wirkung auf unsere heutige Gesellschaft auseinander setzt.

Eingeleitet wird der Band von einem Vorwort des Herausgebers. Glotz resümiert das bisherige Schaffen Enzensbergers und äußert sich lobend über dessen schonungslosen Stil. „Was den Kerl verdächtig macht, ist sein Hohn für Betroffenheitsparolen, sein erbarmungsloser Realismus, seine Verachtung für diplomatische Floskeln.“ ( S. 9).

Die enthaltenen Essays wurden zwischen 1957 und 1988 verfasst. Enzensberger betrachtet ausgewählte Exemplare der Print- und elektronische Medien auf sarkastisch-realistische Art und Weise. So kritisiert er drei der größten deutschen Presseorgane: den Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Bildzeitung. Es geht dabei nicht um Kritik an den Medien überhaupt, sondern um Kritik an einzelnen Vertretern der Medienlandschaft. Enzensbergers Methode, die Mängel der drei durchaus verschiedenen Zeitschriften aufzudecken, ist in den Essays unterschiedlich. „War die Kritik am Spiegel noch feinsinnige Sprachanalyse (...), war die Auseinandersetzung mit der F.A.Z. eine umfangreiche, aus den Quellen gearbeitete und ganz und gar politische Investigation.“ (S. 163) In dem Essay Das Nullmedium oder Warum alle Klagen über das Fernsehen gegenstandslos sind befasst sich Enzensberger mit den gängigsten Thesen zum Thema Fernsehen und versucht, sie zu entkräften. Beispiele sind die weit verbreitete Meinung, Fernsehen verblöde; oder, mit regelmäßigem Fernsehen gehe automatisch ein Realitätsverlust einher. Enzensberger sieht das Problem nicht in der Auswirkung des Fernsehers auf den Menschen, sondern darin, dass das Fernsehprogramm völlig sinnentleert sei. Schrift und Sprache spielten in diesem Medium nur noch eine untergeordnete Rolle, der Zuschauer werde nicht mehr zum Denken angeregt. Im Essay Baukasten zu einer Theorie der Medien kritisiert Enzensberger vor allem die früheren Medienkritiken.

Im Anhang setzt sich der Herausgeber mit einzelnen Aspekten der Essays Enzensbergers erläuternd auseinander. Dabei geht Glotz auch auf die Geschichte der Medientheorie ein.



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